Michael Winkler: Jubeljahr 2014

2014Werfen wir einen Blick in die Bibel, ins Alte Testament. Ja, ich weiß, das ist eine Zumutung, handelt es sich doch um eines der blutrünstigsten Werke der Weltliteratur, in dem die Israeliten einen Völkermord nach dem anderen begehen, natürlich niemals wegen eigener seelischer Veranlagung zur Grausamkeit, sondern immer im Auftrag eines launenhaften, bösartigen Gottes. Zum Glück handelt es sich dabei eher um Gewaltphantasien eines kranken Geistes als um geschichtliche Wahrheit, denn sonst müßten die Juden der halben Welt Wiedergutmachung leisten.

Gewalt gab und gibt es im Unheiligen Land genug, doch in all diesem Greuelgeschichten gibt es hin und wieder auch weniger Grausames. Da gibt es zum Beispiel Jubeljahre. Jedes siebte Jahr ist ein Sabbatjahr, und das Jahr nach dem siebten Sabbatjahr ist ein Jubeljahr. Luther hat das mit „Halljahr“ übersetzt, meint aber das gleiche. „Alle Jubeljahre“ bedeutet also: alle 50 Jahre. So ein Jubeljahr hat es in sich, denn da werden den Juden alle Schulden erlassen und alle versklavten Juden werden freigelassen. Die Sklaverei war damals übrigens Schuldsklaverei, wer seine Schulden nicht bezahlen konnte, wurde Eigentum seines Gläubigers, bis eben zum Jubeljahr.

Eines muß man dem guten Moses lassen, er hatte das Geldsystem besser verstanden als beispielsweise ein Theo Waigel, der voller Überzeugung verkündet, den Euro würde es selbst in 400 Jahren noch geben. Vielleicht hat er an den Maria-Theresia-Taler gedacht, der heute immer noch geprägt wird, doch dabei handelt es sich um eine formschöne Silbermünze, die mit dem billigen Blech eines Euros wirklich nicht zu vergleichen ist.

Aus dem jüdischen Teil der Bibel entnehmen wir die mosaische Erkenntnis, daß nach 50 Jahren des Aufschuldens eine Währung Gefahr läuft zusammenzubrechen. Alle Schuldverhältnisse gehen auf Null, der Staat ist bankrott und nach einer Zeit des Mordens und Totschlagens beginnt der Zyklus von vorne. Das Jubeljahr setzt die Schuldverhältnisse auf Null, vermeidet den Staatsbankrott und sorgt dafür, daß Mord und Totschlag weiterhin nur im Auftrag Jahwes an fremden Völkern verübt werden.

Jubeljahre sind nicht so gut für das längerfristige Bankgeschäft, doch da nur Juden unter dem mosaischen Gesetz stehen, braucht man Nichtjuden keine Schulden zu erlassen. Da trifft es sich gut, wenn man seine Niederlassungen unter Nichtjuden eröffnet, die von einem Jubeljahr nicht profitieren. Man könnte also behaupten, Moses hätte die Juden aus dem Unheiligen Land getrieben, damit deren Bankgeschäfte unterbrechungsfrei fortgesetzt werden können.

Damit genug der Bibel, wenden wir uns der Gegenwart zu. Die Gegenwart hat uns den Euro mit seinen Krisen beschert und in Zypern ganz neue Zukunftsperspektiven eröffnet. Deshalb dürfen wir uns 2014 auf ein echtes Jubeljahr freuen.

Warum 2014? Frankreich hat die Wahlen hinter sich und bis zur Revolution dürfte es noch eine Weile dauern. Deutschland hat die Wahlen noch vor sich, doch bis Ende 2013 ist das erledigt. Bis dahin hat Italien ebenfalls zwei bis drei Wahlen abgehalten und hat dann entweder Berlusconi zurück, oder es wird von Peer Steinbrück im Clownskostüm regiert. Wie auch immer, 2014 sind die Wahlen gelaufen und es wird so getan, als wolle man regieren. Jedenfalls ist der Boden für ein Jubeljahr bereitet.

Da wir die Juden nicht als Minderheit diskriminieren wollen, bekommen nicht sie, sondern alle Banken ihre Schulden erlassen. Damit ist die Euro-Krise auf einen Schlag vorbei und alle Banken sind gerettet, da ab sofort schuldenfrei. Das ist mosaisch, das ist salomonisch, das ist der Stein der Weisen!

Betrachten wir Bankschulden einmal genauer. Natürlich weiß jeder, was Bankschulden sind, vor allem jeder, der Monat für Monat einen Kredit oder eine Hypothek bedient. Doch das ist leider falsch. Das sind keine Schulden, die eine Bank hat, das sind die Schulden, die SIE bei der Bank haben. In der Bankbilanz steht das unter „Guthaben und Forderungen“. Bankschulden sind Geld, das die Bank IHNEN schuldet.

Wie das sein kann, daß die Bank Ihnen Geld schuldet? Sie waren so vertrauensselig, der Bank Geld zu leihen. Ja, ja, das haben Sie! Und während eine Bank von Ihnen Sicherheiten, Bürgschaften und Vollstreckungsunterwerfungen fordert, bevor sie Ihnen auch nur den ersten Cent ausleiht, haben Sie keinerlei Sicherheiten erhalten. Bei ihnen bürgt nur der gute Name der Bank, und der ist im Zweifelsfall gar nichts wert.

Deshalb haben Sie in diesem Jubeljahr leider nichts zu jubeln. Die Bankschulden, die erlassen werden, stehen im Sparbuch der Oma Tüttelbek. Dieses Guthaben wird gestrichen und die Bank ist saniert. Neudeutsch heißt das „Haircut“, aber das Denglische ist wie so oft einfach blöde. Viel besser paßt das Wort „Rasur“, denn dabei haben Sie ein Messer an Ihrer Kehle, das Ihren Willen zum Widerstand ein wenig beschränkt.

Das Konzept des Jubeljahrs besagt, daß Juden ihre Schulden erlassen bekommen, Nichtjuden jedoch nicht. Eins zu eins auf die Banken übertragen bedeutet das, daß Sie zwar Ihre Einlagen verlieren, aber nicht Ihre Schulden. Sie sind schließlich weder Jude noch Bank, also gilt das Jubeljahr nicht für Sie. Ihr Guthaben, Ihre Geldanlagen sind weg, die Hypothek ist aber noch da – und Sie bezahlen, weil sonst auch noch Haus und Hof weg sind.

Falls Sie nun vorhaben, sich gleich morgen beim örtlichen Rabbinat zu vorzustellen und zu konvertieren – das nutzt nichts. Die Juden haben das nur erfunden, das Jubeljahr 2014 gilt aber nur für die Banken. Geld, Entschädigungen und Wiedergutmachung fließt nur an jüdische Organisationen, als Einzeljude haben Sie nichts davon. Ersparen Sie sich also die Genitalverstümmelung, die rettet Ihr Sparbuch nicht.

Viel sinnvoller ist da ein Heimholungswerk. Das können Sie zwar auch googlen, es genügt jedoch, die Aussage aus einem Werbespot zu verstehen: Nehmen Sie Ihr Geld selbst in die Hand. Das geht in Form bunt bedruckter Baumwollstücke, vulgo Euro-Scheine, oder in Form weißer oder gelber Metallscheiben, vulgo Silber- und Goldmünzen. Ich empfehle das Letztere, selbst wenn derzeit die Preise Achterbahn fahren. Euro-Scheine erhalten ihren Wert durch den eingebauten Polizeiknüppel, der sie zu gesetzlichen Zahlungsmitteln macht. Sobald dieser Knüppel herausoperiert wird – das geht mit einem Federstrich – ist das kein Geld mehr, sondern nur noch bunt bedruckte Baumwolle.

Wir in Deutschland leisten uns den Luxus, daß BRD-Geld der ersten Stunde nach wie vor werthaltig ist und umgetauscht werden kann. Der Hundertmarkschein in der Jackentasche des aus der Mode gekommenen Anzugs kann also immer noch bei Filialen der Bundesbank in bunte Euros umgetauscht werden. D-Mark, natürlich, bei Mark der DDR ist das nur noch ein Stück Ostalgie, eine Erinnerung an bessere Zeiten.

Schon unsere Nachbarn, die Niederländer, haben das weniger traditionsbewußt gehandhabt. Für deren Gulden gab es eine Umtauschfrist und danach ging nichts mehr, was einen Tag zuvor noch Geld gewesen war, hatte nur noch Erinnerungswert. Die Niederlande haben den Euro eingeführt, und deshalb dürfen Sie nicht davon ausgehen, daß beim Ausstieg aus dem Euro das Modell der Bundesbank gelten wird. Wie lange alte Euros noch umgetauscht werden können, weiß heute noch niemand. Sie dürfen aber davon ausgehen, wenn in Rotterdam niemand mehr Euro in neue Gulden wechselt, wird auch in Aachen keiner dafür neue Mark herausrücken.

Wenn Sie also dicke Euro-Bündel im Rahmen des Heimholungswerks vor dem Jubeljahr der Banken retten, sind Sie erst einmal ein Steuerhinterzieher und Schwarzgeldbesitzer, bis Sie schlüssig das Gegenteil beweisen. Sie genießen dann den Rechtsstatus eines Neonazis: Nicht der Staat muß Ihnen die Schuld nachweisen, sondern Sie dem Staat Ihre Unschuld. Und wie bei allen Grundrechten, genügt ein Bundesgesetz, beschlossen mit Regierungsmehrheit, um Ihnen dies alles aufzuerlegen. Der Bundestag beginnt um 14:00 Uhr mit der ersten Lesung, um 14:15 Uhr ist die zweite und um 14:30 Uhr die dritte. Der Bundesrat stimmt um 15:00 Uhr zu, und um 16:00 Uhr unterschreibt der Bundesgauck. Am nächsten Morgen ist das Gesetz in Kraft und das Mitführen von Bargeld strafbar, ab 500 Euro.

Es bleibt Ihnen nur der Weg ins Metall, falls Sie Ihre Ersparnisse nicht selbst verprassen möchten. 20-Mark-Goldmünzen aus der Kaiserzeit haben die Währungsreform 1923 überstanden, die wurden1948 nicht angetastet und im Gegensatz zu den Ostmark auch 1990 nicht. Sie haben 2002 die Einführung des Euro überlebt und werden alle Währungsturbulenzen der nächsten 500 Jahre überstehen. Es gibt nur einen Nachteil: Ein 500-Euro-Schein ist immer genau 500 Euro wert, was recht viel sein kann oder auch gar nichts, während Kaiser Wilhelm in Gold mal 100 Euro wert sein mag, mal 250 Euro oder später dann 200 neue Mark. Für die 500 Euro müssen Sie immer 500 Euro hinblättern, den guten Willi kriegen Sie vielleicht nächste Woche 20 Euro billiger – oder 50 Euro teurer oder eben gar nicht, weil alles ausverkauft ist.

Als Plünderer Ihres eigenen Sparkontos… – Haben Sie gerade gezuckt? Plünderer sind Leute, die sich fremdes Gut aneignen, deshalb ist es schon nett, daß Ihnen bei der Bergung Ihres Eigentums der Status eines Plünderers zuerkannt wird. Das ist BRD-Logik, nach der Sie auch etwas leugnen können, über das Sie ganz objektiv gar kein gesichertes Wissen haben können. Vom Standpunkt der Banken ist es jedoch eindeutig: Sie plündern etwas, das die Bank bereits als ihr Eigentum betrachtet. Als ein solcher Plünderer sind Sie auf jeden Fall ein Steuerhinterzieher. Warum? Weil Sie ihr Geld der Solidaritätsabgabe Europa vorenthalten! Da ist es doch nur recht und billig, daß die Banken bei Bareinzahlungen diesen Obolus von 30 bis 70 Prozent abzweigen – plus Erhebungsgebühr, versteht sich.

Auch wenn Moses ein Genie von einsteinscher Dimension gewesen war – was bedeutet, ein überschätzter, hochgejubelter Volltrottel, aber das bleibt unter uns -, hat er doch nichts vom „Fiat Money“ gewußt. Dieses Betrugsgeld-System ist neueren Datums und die Juden hätten Moses gesteinigt, wenn er ihnen das beschert hätte.

Fiat Money funktioniert durch Paarbildung, wo aus Nichts Geld und Schuld entstehen. Für die 500 Euro, die als Schein umlaufen, gibt es irgendwo einen Schuldschein über 500 Euro. Und genau wie in der Physik gibt es auch eine Paar-Zerstrahlung, wenn Geld und Schuld zusammentreffen. Die Not der notleidenden Banken sind notleidende Kredite, also verliehenes Geld, das nicht mehr zurückgezahlt wird, weil der Schuldner entweder schlecht gewirtschaftet hat oder demokratisch regiert wurde, was dasselbe bedeutet.

Wenn die Banken ihre Schulden erlassen bekommen, können sie ihrerseits die notleidenden Kredite ausbuchen. Die Banken behalten die 125 Euro vom Sparbuch Ihres Enkels nicht einfach ein, nein, sie tun Gutes damit: Sie verrechnen es mit den Schulden der Bankrott-Staaten. Ihr Enkel bezahlt mit seinem Taufgeld somit die ungenutzen Olympiastadien in Griechenland, oder er sorgt dafür, daß Frankreich die 35-Stunden-Woche behalten kann. Dafür wird sich halb Europa vor Dankbarkeit überschlagen und intensiv deutsche Kultur pflegen, indem sie uns neue Geschichten aus der Hitler-Zeit erzählen. Das ist ein eingespielter Reflex, der bei „deutschen“ Politikern den Griff in die öffentlichen Kassen auslöst.

Das Anlagevermögen der Deutschen wurde kürzlich auf 4,8 Billionen Euro geschätzt. Das reicht, um die meisten Staaten Europas signifikant zu entschulden. Wichtig ist, daß Italiener, Griechen, Franzosen und andere Völker ihre Guthaben behalten, also nicht vom Jubeljahr erfaßt werden. Diese anderen Völker sind nicht so diszipliniert wie die Deutschen, die könnten gegenüber ihren Regierungen ungehalten werden, wenn sie den Banken die Schulden erlassen sollen. In Deutschland ist das nicht zu befürchten, da gehen die Leute höchstens mit „Hinterdeppendorf ist bunt statt braun“ auf die Straße und beschimpfen alle Goldbesitzer als Neonazis.

Für uns sieht das natürlich ganz anders aus. Wenn wir nicht für die Schulden der Banken Europas bezahlen, werden wir alle als Neonazis beschimpft, selbst die bunten Hinterdeppendorfer. Deutsche müssen dann überall einen kleinen Oberlippenbart als Erkennungszeichen tragen, sonst wird ihnen die Einreise verweigert. Wenn wir bezahlen, sind wir zwar immer noch Nazis, aber wir bekommen die Oberlippenbärtchen zum Ankleben an der Grenze überreicht. Gegen eine kleine Gebühr, versteht sich.

Auf unsere bunte Kanzlerin ist natürlich weltweit Verlaß, sie wird in unverbrüchlicher Solidarität zu Israel stehen. Das heißt, beim Erlaß der Bankschulden werden fünf Prozent Lizenzgebühr an den Judenstaat überwiesen, die haben das Konzept schließlich erfunden. Und wir wollen weder Urheberrechte verletzen noch das Existenzrecht Israels gefährden.

Überhaupt sollte man diese Jubeljahre nicht nur alle Jubeljahre abhalten. Wer Geld bei seiner Bank einzahlt, stellt es der Bank zwecks Ausleihe zur Verfügung. Fünf Prozent gehen an Israel, 95% an einen drittklassigen Schuldner, beispielsweise die Bundesregierung. Und nach einem Jahr erhält man einen Brief von der Bank, daß im Rahmen des alljährlichen Jubeljahres das Geld weg sei, aber das damit errichtete Holocaust-Dokumentationszentrum nächsten Monat eröffnet würde.

Wenn wir uns erst einmal damit abfinden, daß Europa nur funktioniert, wenn Deutschland bezahlt, dann ist der Weg zu der Erkenntnis nicht weit, daß Europa um so besser funktioniert, je mehr Deutschland bezahlt. Bei einer ständigen Enteignung aller Deutschen, dem ewigen Jubeljahr, funktioniert Europa geradezu optimal. Und ja, es ist vermessen, für diese einfache logische Notwendigkeit auch noch Dank zu erwarten. Im Gegenteil, es ist eine Unverschämtheit, wenn Deutsche weniger arbeiten als sie können, denn damit enthalten sie Europa den geschuldeten maximalen Solidaritätsbeitrag vor.

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hat übrigens entschieden, daß es keine rassische Diskriminierung ist, wenn die Guthaben der Migranten jedweder Art vom Erlaß der Bankschulden und damit der Jubeljahre ausgenommen werden. Es handelt sich schließlich um eine kulturelle Tradition des jüdischen Abendlandes, da wolle man sich als Muslim nicht einmischen.

Insgesamt werden wir durch die Übernahme dieser altjüdischen Tradition kulturell, menschlich und spirituell derart bereichert werden, daß die verlorenen Billionen dagegen gar nicht ins Gewicht fallen. Außerdem dient ja alles einem guten Zweck: dem Erhalt der Banken und der Bonuszahlungen an deren Manager.

© Michael Winkler

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