Michael Winkler: Adolf Hitler.

Geboren wurde der Mann, darüber sind sich alle Historiker und sogar alle sonstigen Interessierten einig, am 20. April 1889. Das heißt, er hätte – und einige Leute haben das wohl – kürzlich seinen 122. Geburtstag feiern können. Offiziell gestorben ist er am 30. April 1945, also mit 56 Jahren. Eine Leiche oder anderweitige bestattungsfähige Überreste gibt es nicht, die wurden sorgfältig vernichtet. Laut Gerüchten, Spekulationen oder Geschichten hat er sich jedoch nach Argentinien, Neuschwabenland oder zur Mondbasis abgesetzt. Außerdem habe er sich verjüngt und regiere noch immer über eine „dritte Macht“, welcher alle anderen Mächte der Erde untertan sind.

Wir dürfen mit einiger Sicherheit davon ausgehen, daß Adolf Hitler tatsächlich tot ist. Selbst wenn er 1945 überlebt hat, das menschliche Leben ist endlich und älter als 120 ist nachweislich noch niemand geworden. Also, sagen wir es gerade heraus: Der Mensch, die Person Adolf Hitler ist tot. Er wird nicht wiederkehren, nicht wieder auferstehen. Ich fürchte, ich werde diesen Satz noch ein paar Mal wiederholen müssen in diesem Artikel.

Was nicht tot ist, sind die Spekulationen über Hitler. Wer hat ihn aufgebaut, wer gefördert? Wer hat ihn finanziert?

Die Ausgangslage ist folgende: Ein Österreicher, der sich nach Deutschland abgesetzt und dort freiwillig zum Militär gemeldet hat, war während des ersten Weltkriegs so unauffällig, daß er das Kriegsende als Gefreiter erlebt hat. So ein Krieg ist ein munteres Planstellen-Schießen, da gibt es ständig Beförderungschancen, weil der bisherige Posteninhaber in eine Kugel, ein Bajonett oder eine Granate gelaufen ist. Wer auffällt, sei es durch Tapferkeit oder organisatorisches Können, rückt in die frei werdenden Positionen auf. Wer folglich vier Jahre als Gefeiter abschließt, der hat es vermieden, in dieser Weise aufzufallen.

Hitler erlebte das Kriegsende gasblind im Lazarett. Als er nach München zurückkehrte, war Kurt Eisners Räterepublik bereits zerschlagen. Juden, Kommunisten, Kriegsgewinnler, Freikorps, Konservative, Entwurzelte, Orientierungslose – es gab damals schon eine multikulturelle Gesellschaft, bei der keiner so recht wußte, wie das mit der neuen Demokratie funktionieren sollte. Hier entdeckte man in dem Weltkriegsgefreiten neue Talente: er wurde als Spitzel angeworben, um politische Separatisten zu überwachen.

Es klingt wie das Ereignis von Damaskus, die Verwandlung eines Saulus in Paulus, und es ist im Gegensatz zur Apostelgeschichte historisch belegt: Aus dem unauffälligen, zu Führungspositionen nicht befähigten Dauergefreiten wurde ein politischer Agitator, der jene Partei, deren Veranstaltungen er ausspionieren sollte, als Vorsitzender übernahm. Das Charisma, das im zugeschrieben wird, die Fähigkeit, seine Zuhörer zu begeistern, waren das Ergebnis harter Arbeit. Die Posen wurden vor dem Spiegel einstudiert, an den Reden gefeilt und hinter allem steckte Schauspielunterricht. Heutige Politiker haben es nicht einmal nötig, für ihre Auftritte auf internationaler Bühne ihr eingerostetes Schul-Englisch aufzupolieren.

Und damit sind wir bei den Merkwürdigkeiten angelangt. Adolf Hitler hat sich vor dem Krieg als Postkartenmaler durchgeschlagen. Im Krieg hatte er keine Gelegenheit, Reichtümer zu erwerben. Seine NSDAP war noch eine kleine, unbedeutende Partei und er selbst gerade 30 geworden. Von einer Arbeit, einer bezahlten Tätigkeit, außer jener als Spion, ist nichts bekannt. Woher stammt das Geld, einen Kneipendemagogen zum Profi-Politiker auszubilden?

Wir haben in der Nachkriegs-Gesellschaft nur eine Parallele hierzu: die Gründung der Grünen. Anders als 1945, als sich Parteien wie die CSU in einem relativen Vakuum gegründet haben, waren 1980 schon alle politischen Nischen besetzt. Nicht einmal die Umweltpolitik hätte eine neue Partei erfordert, denn den ersten Umweltminister hatte es schon 1974 in Bayern gegeben. Für die Grünen gab es die finanziellen Mittel und die Unterstützung der Massenmedien, die für eine Parteigründung nötig waren. Im Gegensatz zu anderen Parteigründungen wurden die Grünen ganz gezielt hochgeschrieben und so in die Parlamente gedrückt. Die zweifelhaften Lebensläufe der grünen Vorleute wurden unter den Tisch gekehrt.

Blicken wir zurück ins Jahr 1923. Der kleine Gefreite befand sich bereits auf Augenhöhe mit General Ludendorf, der im ersten Weltkrieg zeitweise die Position des Militärdiktators über das Deutsche Reich inne gehabt hatte (hinter den Frontfiguren Hindenburg und Kaiser Wilhelm). Die NSDAP war trotz Hyperinflation und Währungsreform gewachsen, Hitler konnte den „Marsch auf die Feldherrenhalle“ riskieren, einen Versuch, gegen die bayerische Regierung zu putschen.

Ähnlich wie bei „Joschka“ Fischer wurde alles, was Negativem über Adolf Hitler bekannt wurde, zu seinen Gunsten ausgelegt oder zumindest unter den Teppich gekehrt. Wobei ich „Joschka“ jedoch nicht die geistigen, philosophischen und schriftstellerischen Fähigkeiten zutraue, ein Werk wie „Mein Kampf“ zu verfassen.

Die Deutschen hatten sich an den Versailler Vertrag gewöhnt, die Popularität des aufsteigenden Sterns Adolf Hitler hatte ihren Zenit überschritten und alles wäre zu einer Zeiterscheinung verronnen, hätten nicht die Banken der Wall Street die Weltwirtschaftskrise ausgelöst. Damit bekam die NSDAP die „zweite Luft“, denn die schlechten Zeiten beflügelten den Wunsch der Deutschen nach einer Partei, die Lösungen zu bieten hatte, anstatt die Probleme zu verschärfen.

Ohne die Weltwirtschaftskrise, ohne die große Depression und die Unfähigkeit der Parteien der Weimarer Republik, die Probleme in den Griff zu bekommen, wäre Adolf Hitler eine Fußnote der Geschichte geblieben. So erhielt er nicht nur die deutsche Staatsbürgerschaft, sondern auch die Mittel für erfolgreiche Wahlkämpfe. Nicht die SA und auch nicht die SS haben mit dem politischen Terror auf den Straßen begonnen, sondern die Kommunisten. Die Bevölkerung begrüßte, daß die damaligen linken Autonomen durch die disziplinierten Truppen in Braun mehr und mehr in Schach gehalten wurden.

1933 wurde Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. Seine Regierung wagte neue Lösungen für die Probleme, und sie hat die Probleme tatsächlich in den Griff bekommen. Dem deutschen Volk ging es besser, der mentale Druck, der gebeugte Gang als Besiegte des Weltkriegs, wich aus den Köpfen. Dem Reich ging es so gut, daß ein neuer Weltkrieg nötig wurde, um dieses Reich zu zerschlagen. Die erste Kriegserklärung erfolgte von jüdischer Seite schon am 24. März 1933, zu einer Zeit, in dem nichts, aber auch gar nichts von deutscher Seite gegen die Juden unternommen worden war.

Die Erfolgsbilanz unterscheidet die NSDAP deutlich von den Grünen, die bei ihrer Regierungsbeteiligung ab 1998 kein einziges Problem gelöst haben, es sei denn, man bezeichnet das Dosenpfand als weltenlenkende Weichenstellung.

Tatsache ist, daß vieles, was unter Adolf Hitler eingeführt worden ist, funktioniert hat. Ohne den Krieg hätte sogar noch viel mehr funktioniert, doch das läßt sich nicht beweisen. Ganz davon abgesehen, ist ja festgelegt, was zwischen 1933 und 45 stattgefunden hat. Spekulationen und Forschungen darüber sind verboten, eigene Ansichten ebenfalls. Also, es herrschte Eiszeit, ganz Deutschland war selbst im Sommer meterhoch vom Schnee bedeckt, es wurde niemals richtig hell, die ersten Worte, welche Kleinkinder damals gesprochen haben, waren „Sieg Heil!“, kaum dem Krabbelalter entwachsen, bewegten sich die Kinder im Stechschritt, und jede deutsche Wohnung enthielt eine Gaskammer für die jüdischen Nachbarn. Wenn Sie es nicht glauben, schauen Sie nur die Geschichtsaufklärung im ZDF. Künftige Historiker dieser überragenden Qualität werden sicher herausfinden, daß „Joschka“ schon zum Frühstück die Herzen von zwei kleinen Kindern gebraten hatte.

Ich sollte jetzt besser noch einmal sagen, daß Adolf Hitler tot ist. Auch wenn Sie ihn häufiger auf ihrem Fernsehbildschirm gezeigt bekommen als die derzeitige Kanzlerin, er lebt nicht mehr. Und sogar der zweite Weltkrieg ist weitgehend beendet. Weitgehend? Ja, es herrscht Waffenstillstand, die Wehrmacht hat kürzlich kapituliert. Seit dem 8./9. Mai 1945 wurde in Europa nur noch auf Deutsche geschossen, Deutsche vertrieben, Deutsche in Lager gesteckt, zur Zwangsarbeit und zum Verhungern. Warum? Um Tatsachen zu schaffen, die im Friedensvertrag nicht mehr revidiert werden könnten. Den Friedensvertrag, den es bis heute nicht gibt.

Bis zu diesem Friedensvertrag ist das, was sich Deutschland nennt, besetztes Gebiet. Die BRD ist eine Verwaltung, eingesetzt von den Siegern, über einen Teil des Gebietes des Deutschen Reiches. Dieses Deutsche Reich ist nicht aufgelöst, es besitzt nach wie vor ein Staatsgebiet, das nicht etwa die Grenzen von 1937 umfaßt, sondern zumindest die völkerrechtlich anerkannten Erweiterungen von 1938 einschließt, also das Sudetenland, das Samland und Österreich. Die Reichsprotektorate Böhmen und Mähren, die Annexionen in Polen und Frankreich während des Krieges besitzen nicht diesen Status als völkerrechtlich anerkanntes Reichsgebiet.

Ein solcher Friedensvertrag erfordert Verhandlungen mit den Siegermächten USA, Großbritannien, Frankreich und Rußland als Nachfolger der Sowjetunion, sowie mit ca. 50 weiteren Staaten, die dem Reich in letzter Minute noch den Krieg erklärt haben, um sich bei diesen Verhandlungen Beute zu sichern. Es gäbe jedoch einen Königsweg: einen Beschluß der UNO, wonach der zweite Weltkrieg beendet ist und die Feindstaatenklauseln aus der UNO-Satzung gestrichen werden. Die UNO wurde als Institution geschaffen, um das Völkerrecht fortzuentwickeln und solche Probleme zu entscheiden. Durch einen solchen Beschluß würde Rechtssicherheit geschaffen.

Jede Bundesregierung seit 1974, als die BRD und die DDR der UNO beigetreten sind, hätte diesen Antrag stellen können. Mit einem solchen Friedensbeschluß der UNO würde sich der Status der BRD schlagartig ändern. Alle Rechte der Siegermächte, jegliches Besatzungsrecht wäre beendet. Das dürfte hinreichend beantworten, warum dieser Beschluß noch nicht erfolgt ist und vermutlich auch nie erfolgen wird.

Ich möchte noch einmal darauf hinweisen, daß Adolf Hitler tot ist, und das mit großer Wahrscheinlichkeit seit 66 Jahren. Trotzdem bestimmt er nach wie vor die Richtlinien der BRD-Politik. Jede Regierung der BRD tut alles, um sich von Hitler abzugrenzen. Wir betreiben die Abgrenzung bis zur Schizophrenie.

Modellbausätze von Weltkriegsgerät dürfen keinerlei Aufkleber mit Hakenkreuzen und ähnlichen Abzeichen enthalten, auf Flohmärkten prüfen Polizeistreifen, ob in alten Büchern „verfassungsfeindliche“ Symbole zu finden sind, selbst das Internet wird dahingehend kontrolliert. Abzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen ist ohnehin ein seltsamer Begriff. Gegen welche Verfassung, bitteschön? Die NSDAP hat die Weimarer Verfassung ausgenutzt, nicht ausgehebelt. Diese Verfassung blieb bis zum Untergang des Reiches in Kraft. Gegen das Grundgesetz waren diese Organisationen nie gerichtet, denn da waren sie bereits verboten. Eine Organisation, die es nicht (mehr) gibt, kann weder verfassungs- noch grundgesetzfeindlich sein, wieso sind es dann ihre Symbole?

Wir üben die uneingeschränkte Solidarität mit Israel, ob dieser Staat nun im Recht oder, wie leider so häufig, im Unrecht ist. Laut der Bundeskanzlerin ist das Existenzrecht Israels sogar deutsche Staatsräson. Warum? Wegen Adolf Hitler, natürlich. Und zwar nicht deswegen, weil unter Hitler sehr viele Juden mit Hilfe des Reiches nach Palästina emigriert sind, sondern weil er den Juden ganz böse Dinge angetan hat. (Näheres sehen Sie in den Geschichtsinterpretationen des ZDF)

Wir verleugnen deutsche Interessen, sind bereitwillige Zahlmeister Europas, tun alles, um Anderen zu helfen, weil Adolf Hitler damals den Krieg erklärt bekommen hat. Wir bauen fremden Völkern Denkmäler, wagen es aber nicht, unserer eigenen Toten zu gedenken, weil die ja allesamt „wegen Hitler“ gestorben sind. Wir sind jederzeit bereit, „gegen Rechts“ zu demonstrieren, weil da ja ein neuer Hitler erwachsen könnte.

Wir übersehen dabei allerdings, daß Adolf Hitler seine Chance in den Wirren des Jahres 1919 gehabt hatte. 1923, 1925 oder 1929 wäre Hitler nicht mehr möglich gewesen, so schlimm die Zeiten auch waren. Der Kneipenagitator wäre da bereits überhört worden. Große Karrieren sind nur dem Zeitgeist entsprechend möglich, nicht gegen den Zeitgeist. Ein Hugo Stinnes hat sein Wirtschaftsimperium nur dank der Hyperinflation von 1923 aufgebaut, ein Max Grundig seine Weltfirma nur dank der Mangelwirtschaft der Nachkriegszeit. Ein Franz Josef Strauß wäre 1955 in der CSU ziemlich sicher nicht mehr hochgekommen. Ein „Joschka“ Fischer hätte 1987 bei den Grünen nichts mehr werden können.

Adolf Hitler ist wirklich tot, deshalb braucht kein Bundeskanzler mehr zu betonen, daß er nicht Adolf Hitler sei. Tut er es trotzdem, implizit durch Worte oder Taten, stellt er sich in dessen Schatten. Wie groß dieser Schatten ist, können wir gar nicht unterschätzen. Ganz Israel, praktisch jeder Jude auf der Welt, stellt sich in den Schatten von Adolf Hitler. Der fortdauernde Haß ist ein Zeichen der Furcht und gleichzeitig eines der Verehrung. Yad Vaschem ist Salomons Tempel – in dem Adolf Hitler Respekt und Verehrung gezollt wird.

Unsere wunderbaren qualitätsfreien Medien machen Adolf Hitler und die Nationalsozialisten zu wahren Übermenschen, indem sie uns bei jeder Gelegenheit zeigen, daß sie besiegt worden sind. Jede Schulklasse, die durch eine KZ-Gedenkstätte getrieben wird, bekommt dabei gezeigt, wie groß und bedrohlich dieser Adolf Hitler gewesen ist. Jeder „Stolperstein“, der in deutschen Städten mit einem Festakt verlegt wird, erinnert nicht an die eingravierten Namen von Juden, denn die sind vergessen, wenn man drei Schritte weiter gegangen ist. Diese Steine erinnern an Hitler, erhöhen ihn zu einem Mysterium, zum Satan, zum Nebenbuhler Gottes.

Adolf Hitler war zwölf Jahre Reichskanzler, seine Hinterlassenschaft wurde weitgehend zerstört. Konrad Adenauer war vierzehn Jahre Bundeskanzler, was unter ihm erschaffen wurde, steht zum größten Teil noch. Wen sehen Sie häufiger im Fernsehen? Von wem wissen Sie mehr? Wer ist also bedeutender?

Dieser Artikel ist keine Verherrlichung und keine Rechtfertigung, er soll nur aufzeigen, daß ein Mann, dessen Anfänge zweifelhaft sind, über dessen Erfolge nicht gesprochen werden darf, dessen Name verpönt ist, unser Leben nach wie vor bestimmt, obwohl er, wie bereits erwähnt, längst tot ist.

Ein Gesetz der Esoterik besagt, daß das, was wir beachten, dadurch verstärkt wird. In den vergangenen Jahrhunderten war das der Teufel, denn die meisten Leute unterwarfen sich der Kirche aus Furcht um ihr Seelenheil. Der Teufel war allgegenwärtig, obwohl es keine Filmaufnahmen von ihm gab, keine Photos, keine Reden, keine Tonaufzeichnungen. Er wurde nur von den Kanzeln herab verkündigt, er wurde ausgetrieben, er wurde bekämpft. Er wurde allerdings nie besiegt, die Kirche hat nie seinen Tod, sein Ende behauptet. Warum auch? Schließlich füllt der Teufel die Opferstöcke. Jedes Gebet um Gottes Schutz ist eine Verneigung vor dem Teufel, ein Eingeständnis seiner Macht.

Ja, Hitler ist tot, doch selbst der tote Adolf Hitler erfährt heute eine intensivere Verehrung als sie dem Teufel zuteil wird.

Quelle: Michael Winkler

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